SACHVERSTÄNDIGENBÜRO
UND BÜRO FÜR MEDIATION
DR. KLAUS VOGEL


Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen [DnR]

Die Verwendung von pflanzlichen und tierischen Fasern als Wärmedämmstoff ist prinzipiell nicht neu. Nach [1] muss davon ausgegangen werden, dass früher überall dort, wo Bedarf an Wärmedämmung bestand, diejenigen Materialien eingesetzt wurden, die im eigenen Betrieb anfielen oder in der näheren Umgebung zur Verfügung standen.
In den letzten fünfzehn Jahren haben eine Reihe von Produkten aus dem Bereich der nachwachsenden Rohstoffe auf sich aufmerksam gemacht. Dies kann auf Entwicklungen im Bereich des sogenannten “ökologischen Bauens”, den Krebsverdacht von Mineralfasern und die Suche nach “neuen” Verwendungen land-, forst- bzw. holzwirtschaftlicher Produkte zurückgeführt werden.

Der Einsatz tierischer und pflanzlicher Fasern zur Wärmedämmung ist keine “Erfindung” des zurückliegenden Jahrzehnts.

Bild: Vogel

[1] ACHTZIGER (1996): Persönliche Mitteilungen. Forschungsinstitut für Wärmeschutz e.V. München.

Vielfalt statt Masse

Trotz stofflicher Vielfalt, haben die DnR mit schätzungsweise 1 Mio. m³ pro Jahr am gesamten Dämmstoffmarkt einen in den vergangenen Jahren stabilen, aber immer noch vergleichsweise geringen Anteil. Obwohl es keine exakte Datengrundlage gibt, kann den Dämmstoffen aus Holz ein “Löwenanteil” von ca. 1,9 % zugeordnet werden.

Die Hauptgründe für das bisherige Ausbleiben des mengenmäßigen Durchbruches der DnR liegen in der starken Marktpräsens der teilweise seit einigen Jahrzehnten auf dem Markt angebotenen Dämmstoffe aus mineralisch-fossilen Rohstoffen, der Skepsis hinsichtlich der technischen Eignung und den meist höheren Produktpreisen im Vergleich zu den beispielsweise marktbestimmenden Mineralwolle-Produkten.

[2]GDI (1997): GDI-Mengenschätzung.
In: Dämmjournal Nr. 6, 1-2,
Hamburg: Eigenvertrieb.

Daemmstoffe Holz Kork Flachs Hanf